Schichtarbeit bedeutet einen mehr oder weniger regelmäßigen Wechsel von Arbeitszeiten. Zumeist wird die Schichtarbeit in Frühschicht, Spätschicht und Nachtschicht unterteilt, kann aber auch andere Arbeitszeitmodelle umfassen. Was immer bleibt, ist ein Wechsel im Lebensrhythmus, der die betroffenen Arbeiter und Angestellten vor besondere Herausforderungen stellt. Wir wollen dir hier mit 3 Tipps Anregungen geben, einen Lebensrhythmus zu finden, der gut mit der Schichtarbeit zusammenpasst.

Tipp 1 – Freie Tage zwischen den Schichten für den Wechsel nutzen

Die meisten Unternehmen verstehen es, Arbeitszeiten und Personal so zu planen, dass zwischen einem Schichtwechsel freie Tage liegen. Oftmals sind es aber die Mitarbeitenden, die dieses freien Tage nicht für die Anpassung ihres Lebensrhythmus zu nutzen wissen.

In aller Regel beträgt die freie Zeit im Schichtwechsel zwei Tage. Ob diese Tage Wochenendtage sind oder nicht, bleibt den Arbeitszeitplanern im Unternehmen freigestellt. Für Schichtarbeiter empfehlen wir, diese freien Tagen zwischen dem Schichtwechsel für die aktive Vorbereitung auf den neuen Lebensrhythmus einzuplanen. So sollte der erste frei Tag mit leichten zeitlichen Verschiebungen wie der Tag in der Schichtarbeit zuvor verlaufen, der zweite Tag passt sich hingegen bereits den neuen Schichtzeiten an.

Beispiel: Du wechselst von der Spätschicht in die Nachtschicht. Die Spätschicht läuft von 15:30 Uhr bis 22:00 Uhr inklusive Pausen, die Nachtschicht von 21:30 Uhr bis 06:00 Uhr. Entsprechend werden sich vor allem deine Schlafzeiten aber auch die Freizeiten verschieben.
Am ersten freien Tag im Schichtwechsel legst du deine Schlafenszeit möglichst bewusst auf die Zeit um Mitternacht, am zweiten Tag bereits auf den frühen Morgen. Damit kannst du dich einem veränderten Schlafrhythmus gut anpassen. In Familien scheint das oftmals schwierig zu sein, lässt sich aber mit entsprechender Rücksichtnahme gut gestalten.

Deine Freizeiten legst du in diesem Modell am ersten freien Tag auf die Zeit der bisherigen Spätschicht, am zweiten freien Tag ebenfalls in den späteren Nachmittag. So gelingt dir der kurzfristige Umstieg zwischen Spätschicht und Nachtschicht relativ gut.

Tipp 2 – Wechselnde Hobbys finden

Zum Leben gehören nicht nur Arbeitszeiten und Freizeit, sondern vor allem auch ganz individuelle Hobbys. Hobbys jedoch sind nicht selten an Zeiten gebunden, die im Rahmen der Schichtarbeit in Wechselschichten schon in ein Ungleichgewicht geraten können. Deshalb halten wir es für wichtig, dass Schichtarbeiter mindestens zwei Hobbys haben, die sie auch zu unterschiedlichen Zeiten pflegen können.

Freizeitbeschäftigungen, die in den späteren Abendstunden nicht ausgeübt werden können, lassen sich auf die Tagesstunden verschieben. Andere Beschäftigungen können auch gut in der Nacht gepflegt werden, so dass auch in diesen Zeiten keine Langeweile und damit Einbuße an Lebensqualität entstehen muss.

Beispiel: Du wechselst von der Nachtschicht in die Frühschicht. In der Nachtschicht kannst du keinen Hobbys nachgehen, die an die späten Abendstunden gebunden sind. Dafür kannst du dir ein Hobby suchen, dass auch bei Tageslicht gut geht, beispielsweise Sport. In der Frühschicht dürftest du jedoch ein Problem haben, Hobbys zu pflegen, die am späten Abend liegen und somit deinen Schlafrhythmus beeinträchtigen.

Tipp 3 – Bleibe bei der Einnahme der Mahlzeiten konsequent

Nicht wenige Schichtarbeiter meinen, mit dem Wechsel der Schichten auch die Zeiten für die Mahlzeiten wechseln zu müssen. Davon raten wir eher ab. Die Mahlzeiten sind ein wichtiger Bestandteil eines geregelten Tagesablaufes. Dabei unterscheidet der Körper sehr wohl in den Abstand zwischen den Mahlzeiten, weniger aber darin, was du zu diesen Mahlzeiten zu dir nimmst. Frühstück darf also Frühstück bleiben, Mittag bleibt Mittag und Abendessen bleibt Abendessen. Mit solchen festen Mahlzeiten unterstützt du im Übrigen auch den Zusammenhalt in der Familie und einen relativ problemlosen Wechsel von einer Schicht in die andere. Lediglich was die Menge der Speisen anbetrifft darfst du hier insbesondere bei den Speisen vor dem Schlafen ruhig Zurückhaltung üben, um einen gesunden Schlaf auch nach der Nachtschicht nicht durch ein zu üppiges Essen zu stören.

Insgesamt führst du bestenfalls deinen gewohnten Lebensrhythmus unter veränderten Zeitmodellen fort, natürlich mit den Einschränkungen, die Tag und Nacht oder das Familienleben um dich herum mit sich bringt.